Endodontologie/Endodontie

Endodontologie (auch Endodontie)

Die Endodontologie befasst sich mit dem Inneren des Zahnes und dessen  Erkrankungen. Mit dem Inneren des Zahnes ist die sogennante Pulpa gemeint. Als Pulpa bezeichnet man das Nerven- und Gefäßgeflecht, welches den Hohlraum im Inneren des Zahnes ausfüllt. Der Hohlraum hat die verkleinerte Form des Zahnes, reicht also von der Zahnkrone bis zu der Wurzelspitze. Dentin (Zahnbein) ist eine der Zahnhartsubstanzen. Sie umschließt die Pulpa.

Erkrankungswege
Erkrankt die Pulpa, liegt meist eine Entzündung vor, eine Pulpitis. Es werden zwei Haupterkrankungswege unterschieden; die Karies sowie die Parodontitis.


●    Karies: Die Zahnkaries ist der häufigste Erkrankungsgrund. Kariogene Bakterien verstoffwechseln Kohlenhydrate (Zucker) zu Säuren. Diese sorgen für einen Säureangriff auf die Zahnhartsubstanzen. Greifen Säuren über lang anhaltende Perioden den Zahn an, werden dessen Strukturen zersetzt. Es entwickelt sich eine Karies. Bleibt sie unbehandelt entwickelt sich aus einer zunächst oberflächlichen Schmelzkaries langsam eine Dentinkaries. Das bedeutet, dass Kariespathogene Bakterien weiter in die Zanharsubstanz vordringen. Wird wiederum die Dentinkaries über eine sehr lange Dauer (meist Jahre) nicht diagnostiziert und beseitigt, erreichen die Bakterien die Pulpa. Bakterielle Stoffwechselprodukte greifen die Strukturen der Pulpa an, und es kommt zu einer Entzündungsreaktion. Anfangs ist durch Exkavation (entfernung) der Karies, der Prozess der Entzündung reversibel. Die vitale Pulpa kann erhalten werden. Mit zunehmendem Entzündungsgrad des Gewebes wird der Prozess jedoch irreversibel. Die Pulpa muss entfernt werden, der Zahn ist dann devital (abgestorben). Sollte auch die irreversible Entzündung weder diagnostiziert, noch behandelt werden geht die Entzündung über in das Nekrosestadium (pathologisch bedingter Absterbeprozess). Das Gewebe wird, bedingt durch die Entzündung abgebaut.


●    Parodontitis: Ein weiterer Erkrankungsweg kann über die Parodontitis erfolgen (die Entzündung des Zahnhalteapparates, s.a. Parodontitis). Eine Entzündung der den Zahn umgebenen Gewebe kann auf die Pulpa übergreifen. Umgekehrt kann auch eine Pulpitissich bis auf das Parodont ausbreiten und dort zu Entzündungsreaktionen führen (periapikale Parodontitis). Beide Erkrankungswege führen über die kleine Öffnung am Ende der Zahnwurzel, das Foramen apicale (s. Zahnaufbau) Sie mündet in den zwischen Zahn und Knochen. Durch das Foramen apicale gelangen Nerv und Gefäße in den Zahn hinein bzw. hinaus.

Zusammenfassend kann sich die Pulpitis über eine Karies von der Zahnkrone her oder über die Entzündung des Zahnhalteapparats von der Wurzelspitze aus entwickeln.

Symptome
Liegt eine Pulpitis vor, wird diese meist als Schmerz vom Patienten wahrgenommen. Der Schmerz kann nach einiger Zeit (mehrere Tage bis Wochen) nachlassen. Die Pulpa geht dann über in den Absterbeprozess. Dieser verläuft oftmals schmerzfrei, kann aber z.B. von Mundgeruch begleitet sein. Sowohl akute, als auch nachlassende Zahnschmerzen sollten unbedingt von ihrem Zahnarzt untersucht werden.

Untersuchung
Mit der Vitalitätsprüfung wird die Sensibilität der Pulpa untersucht. Reagiert sie auf einen applizierten Kältereiz positiv (der Patient nimmt Schmerz wahr) ist die Pulpa vital. Reagiert der Zahn negativ (keine Wahrnehmung des Reizes) kann ein pathologischer Prozess vorliegen.
Die Vitalitätsprüfung wird in unserer Praxis bei der halbjährlichen Kontrolluntersuchung routinemäßig durchgeführt.

Die Behandlungsbandbreite des endodontisch erkrankten Zahnes ist abhängig von dessen Erkrankunsgrad. Sie kann von der erweiterte Kariesentfernung, über die Wurzelkanalbehandlung, hin zur Extraktion des Zahnes gehen. Wobei der Erhaltung des Zahnes oberste Priorität zukommt.  

Gern beraten wir Sie zum Thema Endodontologie und erstellen Ihnen bei Bedarf einen individuell abgestimmten Behandlungsplan, um nötige Behandlungen durchzuführen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.